Die Open Access Bewegung

Die Open Access Bewegung
Literaturangaben und nützliche Links

Die Open Access Bewegung

Was ist Open Access?

Die Open Access Bewegung hat die verbesserte Verbreitung wissenschaftlicher Informationen zum Ziel. Sie fördert den freien, vollständigen und allgemeinen Online-Zugang zur wissenschaftlichen Textproduktion aller Forschungsgemeinschaften in allen Fachgebieten.

Das Ziel der Open Access Bewegung soll über zwei sich ergänzende Wege erreicht werden: Zahlreiche Länder und Institutionen unterstützen die Ziele der Bewegung und setzen sie in die Tat um, wie die "Erklärung über den Zugang zu den Ergebnissen der öffentlich finanzierten Forschung" der OECD und die Unterzeichner der Budapest Open Access Initiative (BOAI) und der Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen zeigen.

Warum Open Access?

Open Access erlaubt einen schnelleren und weiteren Umlauf wissenschaftlicher Informationen und hat damit eine merkliche Zunahme der Forschungsaktivitäten und -resultate zur Folge.

Wissenschaftliche Artikel können in einer frühen Phase als Preprints öffentlich zugänglich gemacht werden. Das Zielpublikum ist damit nicht gezwungen bis zum Ende des Veröffentlichungsprozesses zu warten, der Monate wenn nicht gar Jahre dauern kann.

Darüber hinaus haben Forschungsbibliotheken erhebliche Probleme, für die unverhältnismässig steigenden Abonnementskosten für Fachzeitschriften aufzukommen (vgl. die Links über die Veränderung des wissenschaftlichen Publikationsablaufs). Für die meisten Bibliotheken stellen diese Kosten bei weitem den grössten Teil des Anschaffungsausgaben dar und können mehr als 80% ausmachen. Die Open-Access-Bewegung erlaubt die Entwicklung angemessenerer Finanzierungsmodelle, die für diese Institutionen tragbar sind.

Aber auch über die finanziellen Aspekte hinaus entspricht Open Access den Interessen einer Viezahl von Akteuren, wie Peter Suber in "OA serves the interests of many groups" ausführt: Autoren, Leser, Lehrkörper, Studierende, Bibliotheken, Universitäten, Zeitschriften und Verlage, Förderorganisationen, Regierungen und Staatsbürger im Allgemeinen. Generell bedeutet Open Access die Wiederaneignung der wissenschaftlichen Kommunikation durch die Forschungsgemeinschaft selbst.

Was ist Self-Archiving?

Einige Bemerkungen zum Self-Archiving:
  • Self-Archiving ist keine Veröffentlichungsmethode, es ergänzt die Veröffentlichung. Von Self-Archiving ist die Rede, wein ein Autor eines wissenschaftlichen Artikels eine öffentliche Kopie davon als Preprint und/oder Postprint auf einem institutionellen Dokumentenserver hinterlegt.
  • Das Einreichen eines Artikels auf einem institutionellen Dokumentenserver ist in der Regel ein Vorgang der nur ein paar Minuten dauert und einfach durch den Autor selbst erledigt werden kann.
  • Durch Self-Archiving können Autoren die Sichtbarkeit und die Zitierhäufigkeit ihrer Artikel markant steigern.
  • Das Self-Archiving eines Artikels ist mit der Veröffentlichung in einer Zeitschrift in den meisten Fällen vereinbar. Zurzeit erlauben mehr als 80% aller (natur-)wissenschaftlichen Zeitschriften den Autoren das Self-Archiving einer Pre- oder Postprint-Version der veröffentlichten Artikel.
Ein bemerkenswertes Beispiel ist aus dem Fachbereich der Physik bekannt. Seit den frühen 1990er Jahren ablegen diese Forscher parallel zum traditionellen Publikationsprozess eine frühe Version der meisten Artikel auf einem zentralen Dokumentenserver (arXiv), und es ist eine Tatsache, dass Arbeiten, die nicht auf diesem Server abgelegt werden, von der Forschungsgemeinschaft weniger wahrgenommen werden.

Open Access Zeitschriften

Die Zahl der Open Access Zeitschriften nimmt zurzeit rasant zu. Im Juni 2010 zählte das DOAJ mehr als 5000 Open Access Zeitschriften in einer Vielzahl von Fachbereichen. Diese Fachzeitschriften bieten dasselbe Qualitätsniveau wie die traditionellen Zeitschriften, da die eingereichten Artikel ebenfalls durch unabhängige Experten begutachtet werden (Peer Review).

Im traditionellen Veröffentlichungsverfahren werden die Forschungsinstitutionen (und ihre Bibliotheken) dreimal zur Kasse gebeten:
  • sie entlöhnen das wissenschaftliche Personal, das die wissenschaftlichen Publikationen verfasst (Autoren werden vom Verlag nicht zusätzlich bezahlt);
  • dieselben Autoren tragen ebenfalls als Mitglieder von Gutachtergremien von Zeitschriften zum Publikationsprozess bei;
  • schliesslich zahlen diese Institutionen die Kosten für Abonnemente, damit ihr Personal Zugang zum Forschungswissen hat.
Die Open-Access-Bewegung beabsichtigt nicht, die direkten Kosten zur Veröffentlichung wissenschaftlicher Information abzuschaffen. Aber die Tatsache, dass sie elektronische Informationstechnologie gegenüber Papier bevorzugt, dürfte die Gesamtkosten vermindern. In Wirklichkeit ist die wichtigste Auswirkung aus ökonomischer Sicht die Neuverteilung der beim Publikationsprozess anfallenden Kosten unter den involvierten Akteuren auf eine ausgeglicherene und dauerhaftere Art und Weise. Diese Veränderung setzt auf die Tatsache, dass die zu tragenden Kosten besser zur Förderung und Verbreitung in der gesamten Forschungsgemeinschaft eingesetzt werden soll, anstatt den Zugang nur jenen zu erlauben, die ihn sich leisten können.

Open Access Zeitschriften stellen eine erhebliche Veränderung im Vergleich zum traditionellen Publikationsprozess dar – die Institutionen, die die Autoren finanziert zahlen eher Publikationskosten statt Abonnemente. Auf diese Weise sind die veröffentlichten Arbeiten der ganzen Gemeinschaft über Internet zugänglich. Dieses Modell erlaubt ein Nebeneinander von kommerziellen und Open Access Zeitschriften und Verlagen.

Autoren im Kontext des Open Access

Jeder Wissenschaftler/jede Wissenschaftlerin wird sich vermutlich früher oder später mit einer der folgenden Situtationen konfrontiert sehen:
  • die Bibliothek seiner/ihrer Institution ist gezwungen einige Zeitschriftenabonnemente zu kündigen, da sie die steigenden Kosten nicht mehr bezahlen kann;
  • die Organisation, die ihn/sie finanziert, bekennt sich zum Open Access Modell durch Unterzeichnungen der Erklärungn von Budapest oder Berlin, was die Veröffentlichung in Open-Access-Zeitschriften und/oder das Self-Archiving auf einem institutionellen Dokumentenserver;
  • wünschenswert oder gar verpflichtend macht.
  • er/sie wird von anderen Mitgliedern der Forschungsgemeinschaft zur Einsitznahme in einem Peer-Review-Gremium einer Open Access Zeitschrift eingeladen.
Es ist im eigenen Interesse der Forscher, die Open Access Bewegung zu unterstützten durch:

Literaturhinweise und praktische Links

Allgemeine Informationen

Open-Access-Erklärungen

Andere genannte Quellen

Veränderung des Publikationsablaufs

Weitere Informationen: