Economie d'entreprise - Betriebsökonomie

Organisation und Vermarktung einer Non-Profit Organisation am Beispiel der Stiftung „Altes Turtmann“

Oggier, Jan ; Schmid, Jean-Marie (Dir.)

Mémoire de diplôme HES : Haute Ecole de Gestion & Tourisme, 2007.

Wir Menschen brauchen in einer von Globalisierung, Fusionierung und Institutionalisierung geprägten Welt Orte, die für unsere Geschichte, aber auch für unsere heutige Kultur „Identität“ bedeuten. Neben persönlichen Erfahrungen können natürliche oder gebaute Objekte unsere Wahrnehmung von „Heimat“ ganz wesentlich mitprägen. Heimat, das bezieht sich nicht nur auf unser individuelles... Plus

Ajouter à la liste personnelle
    Zusammenfassung
    Wir Menschen brauchen in einer von Globalisierung, Fusionierung und Institutionalisierung geprägten Welt Orte, die für unsere Geschichte, aber auch für unsere heutige Kultur „Identität“ bedeuten. Neben persönlichen Erfahrungen können natürliche oder gebaute Objekte unsere Wahrnehmung von „Heimat“ ganz wesentlich mitprägen. Heimat, das bezieht sich nicht nur auf unser individuelles Empfinden, sondern auch auf unsere Umgebung. Konkret: auf die schweizerische Kulturlandschaft mit ihren Kunstund Kulturdenkmälern. Kaspar Jodock von Stockalper hat nicht nur in Brig seine Spuren hinterlassen. Turtmann, das kleine Dorf am Tor zum Turtmanntal hatte noch vor drei und vier Jahrhunderten eine viel grössere Bedeutung als es dies heute tut. Es gehörte zu den wichtigsten Etappenorten im Wallis. Unter dem Einfluss des berühmten Kaspar Jodok von Stockalper, welcher in Turtmann mit dem Bau eines Schlosses begann, siedelten sich wohlhabende Familien an. Sie hinterliessen mit den Patrizierhäusern fantastische Architektur und Bauhandwerk aus dem 16./17. Jahrhundert. Diese faszinierenden Gebäude aus früher Zeit stehen zu einem grossen Teil noch heute. Sie sind aber häufig nicht mehr bewohnt und der Zahn der Zeit hinterlässt mit grossen Rissen in den Gemäuern, einstürzenden Dächern und bröckelnden Fassaden deutliche Spuren am Gesicht dieser einst so prächtigen Häuser. Nicht nur in Turtmann, beinahe überall sind diese Zeugen der Zeit in den Stadt- und Dorfkernen in die Jahre gekommen. Neben dem Verfall der historischen Gebäude wird seit Jahrzehnten noch eine andere Problematik immer deutlicher: Die Dorfkerne sterben aus, Geschäfte und Restaurants schliessen, die Menschen bauen und wohnen in weiträumigen Einfamilienhausquartieren. Dicht bewohnte Quartiere werden heute als beengend empfunden und der ständige soziale Kontakt von damals wird heute als Sozialkontrolle verstanden. Es handelt sich um eine Erscheinung, die nicht nur in Turtmann und im Wallis gegenwärtig ist, sie stellt als Agglomerationsprozess die Begleiterscheinungen eines langfristigen Struktur- und Wertewandels dar, der selbst international für Probleme sorgt. Mit diesen Fakten mussten sich in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Bergdörfer herumschlagen und inzwischen hat der Vorgang sogar florierende Gemeinden in der Talsohle erreicht.1 Die Stiftung „Altes Turtmann“ wurde im Jahr 1982 zum Zweck der Erhaltung des „Wäbihüs“ und anderen historischen Gebäuden gegründet. Seither wurden einige Gebäude, zu einem Teil auch von Privaten, restauriert und wiederbewohnt. In den Jahren vor der Jahrtausendwende ist die Stiftung etwas eingerostet und hat an Schwung verloren. Mit einem neuen Präsidenten im Jahr 2002 erfasste die Stiftungsratsmitglieder wieder neuer Tatendrang, und so konnten in den letzten vier Jahren einige Erfolge gefeiert werden, erwähnt seien hier schon der „Kulturpfad“ und die „alte Säge“. Die Verantwortlichen haben das Potenzial der Stiftung und die Chancen für Turtmann erkannt und sind motiviert, ihre Anstrengungen in den kommenden Jahren zu intensivieren. Sie wollen erstens die historischen Gebäude im Dorf erhalten und renovieren, zweitens die Bevölkerung in den alten Dorfquartieren halten/vergrössern und drittens den Dorfkern als Lebensraum attraktiver gestalten. Um diese Ziele zu erreichen muss die Stiftungsorganisation und –arbeit professionalisiert werden: Der erste Schritt dazu erfolgte in einem Workshop im Mai dieses Jahres, bei dem die Verantwortlichen die grundsätzlichen Ziele und die Marschrichtung für die nächsten Jahre definierten. Der nächste Schritt ist die vorliegende Diplomarbeit. Sie analysiert und beurteilt die bisherigen Bemühungen. Lücken in der Organisation und Vermarktung werden aufgedeckt und Vorschläge zur Optimierung der Prozesse werden erarbeitet. Vor dem Hintergrund der erläuterten Problematik ist diese Arbeit in einen Analyseteil und zwei Hauptteile gegliedert: Der Analyseteil schafft einen Überblick über die Geschichte, die bisherige Organisation, das bisheriges Marketing und die Grundlagen der Stiftung „Altes Turtmann“. Der erste und kleinere Hauptteil (1/3) der Arbeit soll die Organisationsentwicklung der Stiftung voranbringen, die bestehende Struktur und Organisation der Stiftung wird in ihrer Vernetzung als Managementsystem überprüft und in einem nächsten Schritt mit Hilfe der Organisationsentwicklungsmethode optimiert. Nach der Ziel- / Strategiefestlegung und der Aufgabenanalyse wird die Aufbauorganisation entwickelt und umgesetzt. Auf die Ablauforganisation geht der Verfasser nur ansatzweise ein. Im zweiten und grösseren Hauptteil (2/3) der Arbeit wird ein Marketingkonzept für die Stiftung „Altes Turtmann“ erarbeitet. Anhand der Organisationszielsetzungen werden Marketingziele abgeleitet, strategische Marketingoptionen aufgezeigt, SEP’s gefördert und der Marketing-Mix ausgearbeitet. Beim Marketing-Mix geht der Verfasser schwergewichtig auf den Kommunikations-Mix ein. Eine Marktanalyse der Stiftung „Altes Turtmann“, der Region Leuk mit der Gemeinde Turtmann sowie ein Umsetzungsplan und ebenso die Grundlagen des Marketing-Controllings gehören zum zweiten Hauptteil. Ziel der Arbeit ist es, die theoretischen Grundlagen möglichst praxisorientiert zu vermitteln und die praktischen Kapitel der Organisationsentwicklung und des Marketingkonzepts übersichtlich und umsetzbar darzustellen.