Pflege

Patientenverfügungen im pflegerischen Alltag : Projektskizze für die Implementierung von Patientenverfügungen im Oberwallis

Carlen, Fernando

Mémoire de master of advanced studies : HES-SO Valais, 2007.

Autonomie und Selbstbestimmung kommen in der Schweiz ein hoher Stellenwert zu, was mit der Revision des Vormundschaftsgesetzes noch gefördert wird. Hierbei entsteht ein neues Rechtsinstitut, welches den Umgang mit Patientenverfügungen auf Bundesebene neben den bisherigen Verbindlichkeiten regelt. Das Wallis hat die Handhabung mit „Patientenverfügungen“ bereits im Gesundheitsgesetz von 1996... Plus

Ajouter à la liste personnelle
    Zusammenfassung
    Autonomie und Selbstbestimmung kommen in der Schweiz ein hoher Stellenwert zu, was mit der Revision des Vormundschaftsgesetzes noch gefördert wird. Hierbei entsteht ein neues Rechtsinstitut, welches den Umgang mit Patientenverfügungen auf Bundesebene neben den bisherigen Verbindlichkeiten regelt. Das Wallis hat die Handhabung mit „Patientenverfügungen“ bereits im Gesundheitsgesetz von 1996 geregelt. Patientenverfügungen sind in der Schweiz je nach Bekanntheitsgrad regional unterschiedlich verbreitet. Schätzungsweise zwischen 5–9% der Patienten und Patientinnen der Medizin haben für sich eine Patientenverfügung erstellt – Tendenz zunehmend. Diese werden nicht erstellt als Kritik am Gesundheitswesen, sondern dürfen als Teil der partizipativen Entscheidungsfindung angesehen werden. Das Erstellen einer in der Praxis umsetzbaren Patientenverfügung stellt gewisse Ansprüche an die Verfügenden und sollte durch folgende Aspekte begleitet werden: Werteklärung, Bestimmung möglichst konkreter und umfassender medizinisch/pflegerischer Massnahmen sowie Bestimmung einer Vertrauensperson. Zudem müssen eine Reihe formeller Kriterien berücksichtigt werden. Im Oberwallis wie auch in weiten Teilen der Schweiz fehlen aber regionale Angebote, wo interessierte Personen Beratung und Unterstützung beim Erstellen einer Patientenverfügung erhalten. Wie in der Arbeit vorgeschlagen, könnte bei gesunden Personen das Erstellen einer Patientenverfügung von geschulten Freiwilligen unterstützt werden, bei Menschen mit einer Diagnose von geschulten Fachpersonen (z.B. Pflegenden). Die Arbeit mit Patientenverfügungen stellt auch für die Professionellen eine neuere Entwicklung dar, Rollen und Aufgabenteilung sind weitgehend ungeklärt. Trotzdem ist zu beachten, dass bei einer Hospitalisation eine Institution in der Lage sein sollte, Patientenverfügungen systematisch zu erfassen, sowie Patienten/Patientinnen bez. Vollständigkeit und Aktualität ihrer bereits erstellten Patientenverfügung zu beraten. Weiter sollte gut qualifiziertes Personal zur Verfügung stehen, um Patienten/Patientinnen beim Erstellen einer Patientenverfügung unterstützen zu können. Als Abschluss der Arbeit wird ein Vorschlag zur Implementierung dieses Konzeptes im Oberwallis skizziert.