Faculté de droit

Regulierung hybrider Netzwerke im Schnittpunkt von Wirtschaft und Politik = Regulation of Hybrid Networks at the Intersection between Governmental Administration and Economic Self-Organisation

Abegg, Andreas

In: KritV Kritische Vierteljahresschrift für Gesetzgebung und Rechtswissenschaft, 2006, vol. 89, no. 2-3, p. 266-290

Die heute zunehmend kooperativen Beziehungen zwischen Staat und Privaten zeichnen sich durch zahlreiche neue rechtliche Problemstellungen aus; es kann sogar behauptet werden, der neue Kooperatismus zwischen Staat und Privaten habe das Recht in eine tiefe Krise gestürzt: Denn indem dieser Kooperatismus einerseits die Verwaltung von den Fesseln der Gesetzesbindung befreit und andererseits Privaten... Plus

Ajouter à la liste personnelle
    Zusammenfassung
    Die heute zunehmend kooperativen Beziehungen zwischen Staat und Privaten zeichnen sich durch zahlreiche neue rechtliche Problemstellungen aus; es kann sogar behauptet werden, der neue Kooperatismus zwischen Staat und Privaten habe das Recht in eine tiefe Krise gestürzt: Denn indem dieser Kooperatismus einerseits die Verwaltung von den Fesseln der Gesetzesbindung befreit und andererseits Privaten Kompetenzen überträgt, die bisher der staatlichen Verwaltung zur Wahrung öffentlicher Interessen oblagen, werden die Grundpfeiler der rechtsstaatlichen Demokratie in Frage gestellt. Dies lässt sich anhand des Entscheids des schweizerischen Bundesgerichts 109 Ib 146 (1983) zur Vereinbarung über die Sorgfaltspflicht der schweizerischen Banken (VSB) mit aller Deutlichkeit zeigen. Aber nicht nur das: BGE 109 Ib 146 signalisiert auch, dass das Problem von Kooperationen zwischen Staat und Privaten eng mit einer anderen neuartigen Erscheinung verbunden sein kann, die das Recht in zunehmendem Maß irritiert: der Organisationsform des Netzwerks.
    Summary
    Today’s increasingly co-operative relations between the state and private persons have brought numerous new problems to the law. It may even be held that the new types of ‘co-operationism’ between the state and private persons has plunged the law into deep crisis. This is because by freeing the administration from the constraints which are binding by statute on the one hand, and transferring competences hitherto incumbent on government for the upholding of public interests to private entities on the other, the basic pillars of democracy under rule of law are called into question. This can be illustrated very clearly by the example of Decision 109 Ib 146 (1983) of the Swiss Federal Court on the Agreement on the Swiss banks’ code of conduct with regard to the exercise of due diligence. But this is not all: Decision 109 Ib 146 also indicates that the problem of co-operationism may be closely connected with another new sort of phenomenon which is increasingly irritating the law: the organisational form of the network.