Pflege

Nicht-medikamentöse Interventionen zur Schmerzbehandlung bei Kindern : eine systematische Literaturübersicht

Chanton, Adrienne ; Heldner-Metzger, Franziska (Dir.) ; Jost, Renata (Codir.)

Mémoire de diplôme HES : Haute Ecole de Santé Valais, 2006.

Ein Grossteil der hospitalisierten Kinder werden regelmässig schmerzhaften Prozeduren und schmerzhaften pflegerischen Handlungen, wie Lagerungen, Körperpflege, Verbandswechsel oder Blutentnahmen ausgesetzt. Für die Behandlung dieser Schmerzen sind die nicht-medikamentösen Interventionen für die Pflegenden, sowie für die Eltern, äusserst relevant, da sie kaum Nebenwirkungen haben,... More

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    Zusammenfassung
    Ein Grossteil der hospitalisierten Kinder werden regelmässig schmerzhaften Prozeduren und schmerzhaften pflegerischen Handlungen, wie Lagerungen, Körperpflege, Verbandswechsel oder Blutentnahmen ausgesetzt. Für die Behandlung dieser Schmerzen sind die nicht-medikamentösen Interventionen für die Pflegenden, sowie für die Eltern, äusserst relevant, da sie kaum Nebenwirkungen haben, einfach anzuwenden und kostengünstig sind. Aufgrund unzureichender Kenntnisse und falschen Annahmen wurden bis Ende der Siebziger Jahren den Schmerzen bei Kindern präventiv und/ oder therapeutisch kaum Beachtung geschenkt. Die neusten Erkenntnisse aus der Forschung unterstützen die Wichtigkeit des Schmerz- Managements, um die Entwicklung des Schmerzgedächtnisses oder Langzeitauswirkungen zu verhindern. Angesichts dieser Tatsache stellt sich folgende Fragestellung: „Welche nicht-medikamentösen Interventionen zur Behandlung von prozedurbedingten Schmerzen bei Kindern von zwei bis zwölf Jahren, die von Pflegenden durchgeführt werden können, sind in der Literatur beschrieben?“ Das Ziel dieser systematischen Review ist einen Überblick der nicht-medikamentösen Interventionen zu liefern. Die Suche nach geeigneten Studien erfolgte über die Datenbanken Medline und Cinahl. Daraus ergaben sich sechzehn relevante Studien, die die Zeitspanne von 1999 bis 2005 abdecken. Sie untersuchten oftmals den Schmerz im Zusammenhang mit Angst und Distress. Sehr viele der Studien thematisieren die Intervention Ablenkung. Verschiedene Hilfsmittel zur Ablenkung, wie Seifenblasen, Filme oder Spiele, sind erwähnt. Im Zusammenhang mit Ablenkung wurde in einer Studie die Positionierung der Kinder durch die Eltern untersucht. Weiter kann die Entspannung während der Prozedur zur Schmerzlinderung führen. Sie kann durch tiefes Atmen oder Fantasiereisen herbeigeführt werden. Ebenso wird in einer Studie die simultane Verabreichung von Injektionen der sequentiellen gegenübergestellt. In einigen Studien wurden die Anleitung der Kinder und/oder der Eltern sowie das Coaching durch die Eltern oder die Pflegenden erforscht. Ausserdem wurde das Verhalten der Eltern untersucht, welches das Verhalten des Kindes während der Prozedur beeinflusst. Obwohl die untersuchten Interventionen eine schmerzlindernde Wirkung zeigen, bedarf es weiterer Forschungen in unterschiedlichen Altersgruppen und verschiedenen Schmerzarten.