Travail social

Kinderwunsch von Menschen mit einer geistigen Behinderung : wie gehen Professionelle der Sozialen Arbeit auf Wohngruppen mit dem Kinderwunsch ihrer Klientinnen und Klienten um ?

Furrer, Melanie ; Carri, Christiane (Dir.)

Mémoire de bachelor : Haute Ecole de Travail Social, 2020.

«Dann waren sie sauer auf mich, dass ich das Kind haben wollte...» So titelt ein Buch von Ursula Pixa-Kettner, Stefanie Bargfrede und Ingrid Blanken aus dem Jahre 1996 über eine Untersuchung zur Lebenssituation von Kindern deren Eltern kognitiv beeinträchtigt sind. Schon bald wird bei solchen und anderen, ähnlichen Überschriften klar, dass die Realisierung eines Kinderwunsches für Menschen... More

Add to personal list
    Zusammenfassung
    «Dann waren sie sauer auf mich, dass ich das Kind haben wollte...» So titelt ein Buch von Ursula Pixa-Kettner, Stefanie Bargfrede und Ingrid Blanken aus dem Jahre 1996 über eine Untersuchung zur Lebenssituation von Kindern deren Eltern kognitiv beeinträchtigt sind. Schon bald wird bei solchen und anderen, ähnlichen Überschriften klar, dass die Realisierung eines Kinderwunsches für Menschen mit einer geistigen Behinderung alles andere als selbstverständlich ist. Die vorliegende Arbeit wurde im Rahmen des Bachelorstudiums in Sozialer Arbeit an der HES-SO in Siders verfasst und befasst sich mit genau diesem Kinderwunsch. Der Fokus liegt dabei auf dem Umgang mit diesem Bedürfnis auf Wohngruppen. Mit der Hilfe von theoretischen Grundlagen und Interviews mit Professionellen der Sozialen Arbeit soll eruiert werden, wie der Kinderwunsch von Menschen mit einer geistigen Behinderung begleitet wird. Vorab wird die Motivation erläutert, aus welcher diese Arbeit entstanden ist und die Ziele werden aufgezeigt. Zudem wird ein Bezug hergestellt zur Sozialen Arbeit und begründet, weshalb dieses Thema relevant für sie ist. Ebenfalls in diesem Teil werden Hypothesen zur Forschungsfrage aufgestellt, welche den Forschungsbereich eingrenzen sollen und eine vorläufige Antwort auf die Frage nach dem Umgang mit dem Kinderwunsch von Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung geben sollen. In einem ersten Teil wird die Geschichte von Menschen mit einer Behinderung in der Schweiz aufgezeigt. Den Kern dabei stellt die Entwicklung der Sexualität und der Familienplanung von Menschen mit einer Behinderung dar. Anschliessend wird eine Studie behandelt von Dagmar Orthmann Bless, welche die Anzahl Schwangerschaften von Frauen mit einer kognitiven Beeinträchtigung in der Schweiz erfasst. Des Weiteren werden Modelle diskutiert, welche versuchen den Begriff der Behinderung zu umfassen. Das Hauptmerk liegt dabei auf dem bio-psycho-sozialen Modell der internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit. Auf dieses wird näher eingegangen und erläutert, warum genau dieses Modell für die folgende Arbeit ausgewählt wurde. Zudem werden mögliche Motive, welche hinter einem Kinderwunsch stehen, aufgezeigt und Mythen rund um die Elternschaft von Menschen mit einer Behinderung werden diskutiert. Diese Mythen werden behandelt, da sie als mögliche Ursache für das negative Bild von Elternschaft von Menschen mit einer Behinderung angesehen werden können. Abgerundet wird der Theorieteil mit einem kurzen rechtlichen Überblick zur Situation von Menschen mit einer Behinderung in der Schweiz. Für den empirischen Teil dieser Arbeit wurden Interviews durchgeführt mit Professionellen der Sozialen Arbeit, welche auf Wohngruppen arbeiten. Vor der Präsentation der Ergebnisse, wird der Forschungsbereich erläutert und das Vorhaben erklärt. Darauf folgt das nähere Eingehen auf die gewählte Methode und deren Grenzen werden aufgezeigt. Die Ergebnisse werden mit der Theorie in Verbindung gesetzt und Hypothesen analysiert. In der Analyse dieser Hypothesen fällt auf, dass der Kinderwunsch der Bewohnerinnen und Bewohner viel offener behandelt wird als zunächst angenommen. Zudem wird ersichtlich, wie vielseitig die dahinterliegenden Motive sind. Daran schliesst die Diskussion der gewählten Forschungsfrage auf der Grundlage des Theorieteils sowie der Ergebnisse aus dem empirischen Teil. Zusätzlich werden die Grenzen der gewählten Forschungsfrage aufgezeigt und es folgt eine Auflistung weiterführender Fragen in diesem Zusammenhang. Abgerundet wird die Arbeit mit einer Ausführung zum Lernprozess und einem persönlichen Fazit.