Faculté des lettres et sciences humaines

Situer l'acquisition des langues secondes dans les activités sociales: l'apport d'une perspective interactionniste : L’apport d’une perspective interactionniste

Pekarek Doehler, Simona

In: Babylonia, 2002, vol. 4, p. 24-29

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    Zusammenfassung
    Wo sind Spracherwerbsprozesse verankert? Im Gehirn des Lernenden, der sich – als autonomes Individuum – selbständig eine Erstoder Zweitsprache aneignet? Oder etwa in den sozialen Kontakten, die der Lernende – als sozial handelndes Wesen – mit anderen Menschen unterhält? Obwohl natürlich beides ein wenig zutrifft, entzweit diese Frage deutlich die Gemüter in der Spracherwerbsforschung. In diesem Artikel soll die sogenannte interaktionistische Theorie des Zweitspracherwerbs vorgestellt werden. Diese Theorie geht davon aus, dass soziale Interaktion – also der Gebrauch der Sprache im zwischenmenschlichen Handeln – ein entscheidender Faktor im Spracherwerb ist. Die Sprachpraxis in verschiedensten Gesprächssituationen wird hier nicht einfach als eine Stütze verstanden, die es dem Lernenden ermöglicht, die Sprache besser oder schneller zu lernen. Sie ist im Gegenteil eine unabdingbare Voraussetzung, welche die kognitiven Prozesse des Spracherwerbs grundlegend mitstrukturiert. Es wird ein kurzer Überblick über die interaktionistische Forschung gegeben, wobei die Entwicklung dieses theoretischen Ansatzes und dessen Basiskonzepte vorgestellt werden. Anschliessend soll ein Beispiel das Analysevorgehen sowie die ‘Beobachtbarkeit’ von möglichen Spracherwerbsprozessen veranschaulichen. Abschliessend werden interaktionistische Studien zum Sprachunterricht zitiert.