Faculté des sciences

Interactions of "Sarracenia purpurea" and its inquilines : comparing Europe and North America

Zander, Axel ; Bersier, Louis-Félix (Dir.)

Thèse de doctorat : Université de Fribourg, 2016 ; no. 1984.

Sarracenia purpurea is a carnivorous pitcher plant from North America and a model system for aquatic communities. After the pitchers fill up with rainwater, a food web forms in these detritus-fueled ecosystems ranging from bacteria to insect larvae, including the top predator Wyeomyia smithii. Two weeks after opening this food webs consists only of a handful of small and fast dispersing species... Plus

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    Summary
    Sarracenia purpurea is a carnivorous pitcher plant from North America and a model system for aquatic communities. After the pitchers fill up with rainwater, a food web forms in these detritus-fueled ecosystems ranging from bacteria to insect larvae, including the top predator Wyeomyia smithii. Two weeks after opening this food webs consists only of a handful of small and fast dispersing species (early succession). After four weeks more species that are larger and more competitive have arrived (late succession). At this time point all functional levels of the food webs are present. In North America this includes several endemic insect larvae and a mite. In Europe, S. purpurea was introduced by seed, however the native food web (and its top predator) were not imported, resulting in all levels of the food web being filled by local species with exception to the insect niche. Thus the European Sarracenia inquiline communities share shorter evolutionary trajectories with the plant and are also top predator naive. Also in Switzerland the plant was introduced in several bogs and fens, most of them situated in the Jura and Alps above 1000m. In chapter two the interaction of S. purpurea with the European spider-genera Agelena and Dolomedes was examined. Dolomedes uses the pitchers as hunting ground and a hiding place. Agelena distribution curiously follows the insect-attraction pattern of S. purpurea, which peaks ca. 4 weeks after pitcher opening. In chapter three the effect of top predator presence on early and late succession protist communities that were either naive or non-naive to the top predator was tested. Early and late succession communities from four climatically similar sites were collected. Two of these sites were from North America (non-naive) and two sites were from Europe (naive). Finally a common garden experiment was conducted in which the changes in the protist community composition, as well as bacterial numbers, with and without the presence of the top predator were followed through time. Additionally the respiration of the whole communities at the end of the experiment was measured. In chapter four, the effects of climate change related increased temperature variations on early and late succession communities from both continents were tested. Once again conducted a common garden experiment was conducted, in which we increased the daily temperature variations in one group to extreme values (4-35°C) while the control group was treated with average temperature variations ranging from 10 to 21°C. However the average temperature among treatments for both experimental groups was equal (15.5°C). Also in this experiment the changes in protist community composition, as well as bacterial numbers were followed through time. Interestingly an impact of temperature variation on the bacteria and the protists (first and second trophic level) could be detected, however not on the mosquito-larvae (third trophic level). Bacterial density in the high variation treatment showed an initial boost in growth but then decreased quickly through time. For protists in the high variation treatment, alpha-diversity decreased faster than in the normal variation treatment, however beta-diversity increased only in the European sites showing that these communities changed their composition. In general protist community composition tended to diverge more in the late successional stage of both continents.
    Zusammenfassung
    Sarracenia purpurea ist eine fleischfressende Pflanze aus Nordamerika und gilt als Modellsystem für aquatische Lebensgemeinschaften. Nachdem die Kannenblätter sich mit Regenwasser gefüllt haben, entwickelt sich ein Nahrungsnetz in diesen auf Detritus basierenden Ökosystemen welches von Bakterien bis zu Insektenlarven reicht und den Top-Prädator Wyeomyia smithii einschliesst. Zwei Wochen nach dem Öffnen der Kannen bestehen diese Nahrungsnetze nur aus einer Handvoll kleiner Arten, die zudem schnell neue Lebensräume besiedeln können (frühes Sukzessionsstadium). Nach vier Wochen sind bereits mehr Arten, die auch größer und konkurrenzfähiger sind vorhanden (späteres Sukzessionsstadium). Zu diesem Zeitpunkt sind fast alle funktionellen Ebenen des Nahrungsnetzes vorhanden. In Nordamerika umfasst dieses einige einheimische Insektenlarven und eine Milbe. Nach Europa wurde S. purpurea aber als Samen eingeführt. Dadurch wurde das ursprüngliche Nahrungsnetz (und auch der Top-Prädator) nicht importiert. Allen trophischen Ebenen des Nahrungsnetzes, mit Ausnahme der Nische der Insekten, sind daher durch lokale Arten besetzt. Aus diesem Grund hatten die europäischen Sarracenia-bewohnenden Gesellschaften kürzere evolutionäre Entwicklungszeiten mit der Pflanze als die amerikanischen und sind zudem nicht an die Präsenz eines Top-Prädators gewöhnt. Auch in der Schweiz wurde die Pflanze in mehrere Mooren eingeführt. Die meisten von ihnen befinden sich im Jura und den Alpen in über 1000 Meter Höhe. Im zweiten Kapitel wurde die Interaktion von S. purpurea mit den europäischen Spinnengattungen Agelena und Dolomedes untersucht. Dolomedes nutzt die Kannen als Jagdrevier und Versteck. Die Verteilung der Netze von Agelena folgt interessanterweise proportional dem Muster der Insektenanlockung von S. purpurea, und erreicht ca. 4 Wochen nach der Öffnung der Kannenblätter ihren Höchststand. In Kapitel drei wurde die Wirkung der Top-Prädatorenpräsenz auf das frühe und spätere Sukzessionsstadium der Protisten-Gesellschaften untersucht. Diese waren entweder an Prädatoren gewöhnt oder eben nicht. Frühe und spätere Sukzessionsstadien von vier klimatisch ähnlichen Sarracenia-Standorten wurden gesammelt. Zwei dieser Standorte befanden sich in Nordamerika (an Prädatoren gewöhnt) und zwei weitere in Europa (nicht an Prädatoren gewöhnt). In einem „common garden” Experiment wurden die Änderungen in der Zusammensetzung der Protistengesellschaften sowie in der Bakterienanzahl, mit und ohne die Anwesenheit eines Top-Prädators über mehrere Tage verfolgt. Zusätzlich wurde am Ende des Experiments die Atmung der gesamten Lebensgemeinschaft gemessen. In Kapitel vier wurden die Auswirkungen des Klimawandels (erhöhte Temperaturschwankungen) auf frühe und spätere Sukzessionsstadium der Gesellschaften aus beiden Kontinenten getestet. Dazu wurde ein weiteres „common garden” Experiment durchgeführt, bei dem die täglichen Temperaturschwankungen in einer Gruppe auf Extremwerte (4-35 °C) erhöht wurden, während die Kontrollgruppe lediglich durchschnittlichen Temperaturschwankungen von 10 bis 21 °C ausgesetzt wurde. Die Durchschnittstemperatur für beiden Versuchsgruppen war mit (15,5 ° C) genau gleich. Auch in diesem Experiment wurden die Änderungen in der Zusammensetzung der Protistengesellschaften sowie die Anzahl der Bakterien über mehrere Tage hinweg beobachtet. Interessanterweise konnten Auswirkungen der Temperaturschwankungen auf die Bakterien und Protisten (erste und zweite Trophieebene) jedoch nicht auf dem Moskito-Larven (dritte Trophieebene) nachgewiesen werden. Die Bakteriendichte in der Versuchsgruppe der hohen Temperaturschwankungen zeigte einen anfänglichen Wachstumsschub, fiel dann aber stark ab. Bei den Protisten in der gleichen Gruppe verringerte sich die Alpha-Diversität schneller als in der normalen Versuchsgruppe. Die Beta-Diversität erhöhte sich allerdings nur in den europäischen Standorten, was zeigt, dass nur diese Gemeinschaften ihre Zusammensetzung veränderten. Im Allgemeinen neigten die Protisten Gesellschaften beider Kontinente dazu in der Zusammensetzung ihrer späten Sukzessionsstadien stärker zu divergieren.