Faculté des lettres

"…Eltern sein dagegen sehr" : Determinanten der elterlichen Sensitivität

Schweinberger, Kirsten ; Perrez, Meinrad (Dir.)

Thèse de doctorat : Université de Fribourg, 2012.

In der vorliegenden Forschungsarbeit wurden die Bedingungen elterlicher Sensitivität untersucht. Dem Prozessmodell elterlichen Verhaltens von Belsky (1984) folgend, wurden Selbstberichte von 107 Familien zum kindlichen Temperament, zur elterlichen Persönlichkeit sowie zu den Kontextfaktoren, namentlich der sozialen Unterstützung, der Partnerschaftsqualität sowie der Zufriedenheit mit Beruf... Plus

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    Zusammenfassung
    In der vorliegenden Forschungsarbeit wurden die Bedingungen elterlicher Sensitivität untersucht. Dem Prozessmodell elterlichen Verhaltens von Belsky (1984) folgend, wurden Selbstberichte von 107 Familien zum kindlichen Temperament, zur elterlichen Persönlichkeit sowie zu den Kontextfaktoren, namentlich der sozialen Unterstützung, der Partnerschaftsqualität sowie der Zufriedenheit mit Beruf und der finanziellen Situation erhoben. Zusätzliche Forschungsergebnisse berücksichtigend (z.B. Johnston & Mash, 1989; Teti & Gelfand, 1991) wurde darüber hinaus die elterliche Selbstwirksamkeitserwartung erfasst. Da sich Elternverhalten in der Interaktion zwischen Eltern und Kind manifestiert, wurden neben den Selbstberichten auch Beobachtungen des mütterlichen Elternverhaltens herangezogen. Dabei diente das Still-Face Paradigma (Tronick, Als, Adamson, Wise & Brazelton, 1975, zitiert nach Adamson & Frick, 2003) als experimenteller Rahmen, um Elternverhalten unter unterschiedlichen situativen Gegebenheiten untersuchen zu können. Elterliche Persönlichkeitsfaktoren, die erfassten Kontextbedingungen sowie die elterliche Selbstwirksamkeitserwartung erwiesen sich als Einflussfaktoren auf die elterliche Sensitivität. Dies gilt für Mütter und Väter gleichermassen. Der negative Einfluss des elterlichen Neurotizismus auf deren Sensitivität scheint über die negative Wahrnehmung der Kontextfaktoren vermittelt zu sein. Daneben wirkt sich ein schwierigeres Temperament des Kindes negativ auf dessen gezeigte Affektregulation aus, wobei die mütterliche Sensitivität einen Schutzfaktor für die kindliche Affektregulation darzustellen scheint. Die Ergebnisse und mögliche Implikationen werden diskutiert.