Faculté des lettres et sciences humaines

L’intégration des requérants d’asile et des réfugiés sur le marché du travail

Piguet, Etienne ; Misteli, Roland

(SFM Studies ; 3)

Ajouter à la liste personnelle
    Zusammenfassung
    Der vorliegende Bericht präsentiert die Ergebnisse der ersten beiden Phasen einer Studie, welche das Schweizerische Forum für Migrationsstudien im Auftrag des Bundesamts für Flüchtlinge durchführte. Ziel der Untersuchung ist es, die niedrigen Erwerbsquoten von Personen aus dem Asylbereich zu erklären und damit eine Grundlage für die Evaluation von Handlungsmöglichkeiten bereitzustellen. Die Forschung basiert auf Daten des Bundesamts für Flüchtlinge (AUPER) sowie des Bundesamtes für Ausländerfragen (ZAR), auf verschiedenen Datenreihen zur Wirtschaftsstruktur der Kantone sowie auf Interviews.

    Als erstes Ergebnis gilt es festzuhalten, dass Asylbewerber und vorübergehend Aufgenommene sehr unterschiedlich ins Erwerbsleben integriert sind, je nachdem, ob es sich um Männer oder Frauen, um jüngere oder ältere Menschen handelt, und je nachdem, welchem Herkunftsland die Person entstammt und in welchem Kanton sie gegenwärtig wohnt. Zweitens sind die Erwerbstätigen zu einem bemerkenswerten Ausmass im Gastgewerbe beschäftigt und fast ausnahmslos in Berufen niedrigster Qualifikationsstufe. Drittens ist festzustellen, dass die Erwerbsquoten auch bei Berücksichtigung der demographischen Eigenheiten der Personen aus dem Asylbereich bedeutend niedriger sind als diejenige der ortsansässigen Bevölkerung. Sie betragen für Asylbewerber, vorläufig Aufgenommene sowie anerkannte Flüchtlinge rund 42%, während die Erwerbsquote der schweizerischen Wohnbevölkerung sowie von Personen mit humanitärer Aufenthaltsbewilligung bei 77% liegt. Insbesondere unverheiratete Frauen sowie Personen über 45 sind nur selten in den Arbeitsprozess eingebunden.

    Dieses Bild wird allerdings stark relativiert, wenn viertens eine dynamische Perspektive eingenommen wird: Nach einem fünfjährigen Aufenthalt entsprechen die Erwerbsquoten von Asylbewerbern und vorläufig Aufgenommenen fast jener der schweizerischen Wohnbevölkerung. Offenbar bestehen auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt Nischen, in denen die Arbeitskraft von Asylbewerbern auf eine rege Nachfrage stösst. Das drei- bis sechsmonatige Arbeitsverbot scheint im Prozess der Arbeitsintegration keine bedeutende Rolle zu spielen.

    Mittels komplexerer statistischer Analyseverfahren wurde fünftens die Frage zu beantworten versucht, welche Faktoren die Erwerbstätigkeit von Personen des Asylbereichs bestimmen. An erster Stelle steht die Aufenthaltsdauer, welche einen zentralen Einfluss auf die Erwerbstätigkeit ausübt. Sehen wir von den demographischen Variablen (Geschlecht, Alter) ab, so spielt in zweiter Linie der Wohnkanton der Person eine Rolle und drittens die nationale Herkunft, welche selbst bei identischem Alter, Geschlecht, Wohnkanton etc. deutlich ins Gewicht fällt. Dabei verteilen sich die Herkunftsländer sowohl eindeutig über- wie unterdurchschnittlich erwerbstätiger Gruppen auf alle Kontinente (Europa, Asien, Afrika).

    Um den Einfluss des Wohnkantons genauer zu verstehen, wurden weitere Abklärungen unternommen und Direktbefragungen bei den kantonalen Arbeitsmarktbehörden durchgeführt. Es zeigt sich sechstens, dass das kantonal stark variierende Ausmass der Erwerbstätigkeit zu einem grossen Teil durch die jeweilige Arbeitsmarktlage bedingt ist; die kantonal unterschiedliche Handhabung der Bewilligungsverfahrens für Aslybewerber spielt eine zwar nachweisbare, aber insgesamt eher untergeordnete Rolle.

    Auf der Basis dieser Ergebnisse werden abschliessend einige Möglichkeiten evaluiert, die Arbeitsintegration von Personen aus dem Asylbereich zu erleichtern, sollte sich dies aus politischer, humanitärer und wirtschaftlicher Perspektive als wünschbar erweisen: die Gleichstellung mit Saisonniers, die Aufhebung des dreimonatigen Arbeitsverbots, Integrationshilfen für spezifische Gruppen sowie die Vereinheitlichung der kantonalen Bewilligungspraktiken.