Pflege

Wirkung von Progressiver Muskelrelaxation auf Angst : systematische Literaturübersicht

Furrer, Evelyn ; Z’Brun Schnyder, Sylvia (Dir.)

Mémoire de bachelor : Haute Ecole de Santé Valais, 2011.

Problembeschreibung: Angst wurde schon in früheren Jahren als ein wichtiges Pflegephänomen bezeichnet und wird auch zukünftig ein relevantes Problem sein, mit dem sich die Pflegenden auseinandersetzen müssen. Wird die Angst der Patienten nicht behandelt, kann diese den Verlauf der Krankheit und die Prognose verschlechtern. Die medikamentöse Behandlung der Angst kann Nebenwirkungen... Plus

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    Zusammenfassung
    Problembeschreibung: Angst wurde schon in früheren Jahren als ein wichtiges Pflegephänomen bezeichnet und wird auch zukünftig ein relevantes Problem sein, mit dem sich die Pflegenden auseinandersetzen müssen. Wird die Angst der Patienten nicht behandelt, kann diese den Verlauf der Krankheit und die Prognose verschlechtern. Die medikamentöse Behandlung der Angst kann Nebenwirkungen hervorrufen. Aus diesem Grund sollte vermehrt ein Augenmerk auf die nicht-medikamentösen Interventionen zur Reduktion der Angst gerichtet werden. Eine dieser nicht-medikamentösen Interventionen ist die Progressive Muskelrelaxation (PMR). Das Pflegeinterventionsklassifikationssystem NIC (Nursing Interventions Classification), welches unterschiedliche nicht-medikamentöse Pflegemassnahmen zur Angstreduktion aufzeigt, beinhaltet unter anderem auch die PMR. Ziel: Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, eine Übersicht über den aktuellen Forschungsstand bezüglich PMR und dessen Wirkung auf die Angstreduktion zu geben. Anhand der Ergebnisse soll den Pflegefachkräften und den Auszubildenden aufgezeigt werden, ob PMR eine wirksame nicht-medikamentöse Intervention ist und ob sie angewendet werden soll, um die Angst zu reduzieren. Frage: Im Vordergrund der vorliegenden Arbeit steht folgende Fragestellung: Wie wird die Wirksamkeit von Progressiver Muskelrelaxation auf Angst in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben? Methode: Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde eine systematische Literaturübersicht verfasst. In vier pflege- und themenspezifischen Datenbanken (Cinahl, the Cochrane Library, PubMed & PsycInfo) wurde nach geeigneter Forschungsliteratur gesucht. Mittels einer systematischen Suche sowie definierter Ein- und Ausschlusskriterien konnten acht relevante Studien gefunden werden. Ergebnisse: Eine positive Wirkung von PMR auf Angst konnte in sieben Studien nach-gewiesen werden. Bei einer Studie konnte kein positiver Effekt von PMR auf Angst auf-gezeigt werden. Neben der Angstreduktion konnte auch ein positiver Effekt von PMR auf Lebensqualität, Depression, Insomnia, Atem- und Herzfrequenz festgestellt werden. Schlussfolgerungen: Die Anwendung von PMR sollte vom Pflegefachpersonal in die Praxis integriert werden, da es sich um eine effektive, leicht erlernbare und nicht-medikamentöse Pflegemassnahme zur Reduktion der Angst handelt. Das Pflegepersonal sollte über ein umfassendes Wissen über Angst, deren Auswirkungen sowie nicht-medikamentöse Interventionen wie PMR verfügen. Forschungsergebnisse zum Thema sind vorhanden, jedoch fehlt es an neueren empirischen Studien mit grösseren Stichproben.