Faculté des lettres

"Warum sagt ma des?" Code-Switching und Code-Shifting zwischen Dialekt und Standard in Gesprächen des österreichischen Fernsehens

Kaiser, Irmtraud

In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik

Der vorliegende Artikel widmet sich der Funktion und Struktur von Code-Switching-Phänomenen zwischen Dialekt und Standard in Show-Formaten des österreichischen Fernsehens. Neben den bekannten Funktionen des Code-Switchings in natürlichen, nicht inszenierten Gesprächen, wie Markierung von Nebenbemerkungen, von narrativen Elementen und von sog. ‚non-first firsts‘, treten in... More

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    Zusammenfassung
    Der vorliegende Artikel widmet sich der Funktion und Struktur von Code-Switching-Phänomenen zwischen Dialekt und Standard in Show-Formaten des österreichischen Fernsehens. Neben den bekannten Funktionen des Code-Switchings in natürlichen, nicht inszenierten Gesprächen, wie Markierung von Nebenbemerkungen, von narrativen Elementen und von sog. ‚non-first firsts‘, treten in Fernsehgesprächen Funktionen hinzu, die bislang m.W. noch wenig erforscht wurden. Mit dem Wechsel der Varietät geht meist nicht nur ein inhaltlicher oder gesprächsstruktureller Wechsel einher, sondern auch des Öfteren ein Wechsel der Interaktionsmodalität. Medienspezifisch ist die Widerspiegelung von Rollenkonflikten und Rollenwechseln des Moderators/der Moderatorin in Code-Switching-Phänomenen: ModeratorInnen sind oftmals hin- und hergerissen zwischen der Rolle der neutralen Gesprächsleiter, der engagierten Gesprächsteilnehmer oder der der Freunde von Gesprächspartnern. Der Codewechsel wird zu einem Teil der Rolleninszenierung, der ‚metaphorisch’ für den Wechsel der Rolle steht. Auch Showgäste übernehmen innerhalb eines Sendeformats bestimmte Funktionen – und auch diese können sprachlich durch Code-Wechsel gekennzeichnet sein. Sendungs- und senderfunktional betrachtet steht das Switchen und Shiften im Dialekt-Standard-Kontinuum im Dienste des strukturierten Wechsels von Perspektiven und Darstellungsformen für den Zuschauer und bietet somit Abwechslung, die wohl gerade in wortlastigen Sendungen sehr willkommen ist.