Experimentell induzierter Stress in dyadischen Interaktionen. : Darstellung des EISI-Experiments

Bodemann, Guy ; Perrez, Meinrad

In: Zeitschrift für Klinische Psychologie, Psychopathologie und Psychotherapie, 1992, vol. 40, no. 3, p. 263-280

Der Untersuchungsansatz des EISI-Experiments (Experimentell Induzierter Stress in dyadischen Interaktionen) sowie erste Ergebnisse werden dargestellt. Im EISI-Experiment wird im Rahmen eines Paar-Experiments individuelles und dyadisches Stresserleben (und hier insbesondere die Stressemotion Ärger) erzeugt und auf der Basis mehrerer Datenquellen (Stressfragebögen, Interview bei... More

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    Zusammenfassung
    Der Untersuchungsansatz des EISI-Experiments (Experimentell Induzierter Stress in dyadischen Interaktionen) sowie erste Ergebnisse werden dargestellt. Im EISI-Experiment wird im Rahmen eines Paar-Experiments individuelles und dyadisches Stresserleben (und hier insbesondere die Stressemotion Ärger) erzeugt und auf der Basis mehrerer Datenquellen (Stressfragebögen, Interview bei Videoselbstkonfrontation) analysiert. Neben dem individuellen und dyadischen Umgang mit der Stressbelastung interessiert ferner deren Einfluss auf die Paarinteraktion. Das Experiment wurde zur Realisierung dieser Zielsetzungen als Diagnostikum zur Messung von "Paarintelligenz" (ein fiktives Konstrukt zur Stimulierung eines hohen Anspruchsniveaus) ausgegeben und in seinem Ablauf so angelegt, dass mehrere Messzeitpunkte zur Erfassung des Stresserlebens bzw. Copings und zwei zur systematischen Beobachtung des dyadischen Interaktionsverhaltens (vor und nach dem Stress) zur Verfügung standen. Die Erfahrungen bei 22 Paaren belegen die Brauchbarkeit der Methode zu Forschungszwecken. Die Analyse von individuellem bzw. dyadischem Stress und dessen Bewältigung wurde ebenso ermöglicht, wie die Erfassung der partnerschaftlichen Interaktion unter Stressbedingungen. Auf Ergebnisse zum "dyadischen Coping", einer Form gemeinsamer Stressbewältigung in Dyaden, wird eingegangen.