Faculté des lettres et sciences humaines

Nicknames in Australia

Chevalier, Sarah

In: Bulletin VALS-ASLA, 2004, vol. 80, p. 125-137

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    Zusammenfassung
    In den Sechzigerjahren publizierte, wegweisende soziolinguistische Studien (Brown und Gilman 1960, Brown und Ford 1961) zeigen, dass soziale Gruppen in verschiedenen Kulturen durch reziproke und nicht-reziproke Anredeformen charakterisiert sind. In diesen und späteren Arbeiten geht es vor allem um Anredepronomina, oft kombiniert mit Titeln und Namen; der vorliegende Artikel dagegen beschäftigt sich mit dem noch wenig untersuchten Gebiet der Spitz- und Kosenamen. Der Artikel basiert auf einem Korpus von mehr als 1’200 Namen von Personen, die in der Stadt Sydney und ihrer Umgebung wohnen. Er zeigt, wie Spitz- und Kosenamen die soziale Wirklichkeit reflektieren und sie gleichzeitig mitgestalten. Im einzelnen geht es darum, wie reziproke Namengebung dazu dient, soziale Gruppen zu markieren und aufrechtzuhalten, und wie nicht reziprok verwendete Spitz- und Kosenamen als Formen sozialer Kontrolle eingesetzt werden oder Unterschiede in Machtverhältnissen aufzeigen.