Travail social

Weibliche Sexualität im Wandel : wie nehmen drei Frauen aus verschiedenen Generationen die Bedeutung gesellschaftlicher Einflussfaktoren auf ihre Sexualität in Ehe und Partnerschaft wahr?

Andereggen-Grünwald, Ruth ; Kniel-Fux, Lucie (Dir.)

Mémoire de bachelor : Haute Ecole de Travail Social, 2013.

Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach inwiefern gesellschaftliche Einflussfaktoren und deren Auswirkungen von Frauen aus drei Generationen in Bezug auf ihre Sexualität in Ehe und Partnerschaft wahrgenommen wurden. Zur Beantwortung der Fragestellung wurden drei Frauen im Alter von 72, 40 und 28 Jahren anhand von leitfadengestützten narrativen Interviews befragt. Im ersten Teil der Arbeit... Plus

Ajouter à la liste personnelle
    Zusammenfassung
    Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach inwiefern gesellschaftliche Einflussfaktoren und deren Auswirkungen von Frauen aus drei Generationen in Bezug auf ihre Sexualität in Ehe und Partnerschaft wahrgenommen wurden. Zur Beantwortung der Fragestellung wurden drei Frauen im Alter von 72, 40 und 28 Jahren anhand von leitfadengestützten narrativen Interviews befragt. Im ersten Teil der Arbeit wird auf gesellschaftliche Faktoren, wie Erziehung, Sozialisation und Religion, aber auch geschichtliche Ereignisse, wie das Aufkommen der Anti-Baby-Pille, sowie auf politische Ereignisse, wie das Frauenstimmrecht und das Gleichstellungsgesetz eingegangen. Im zweiten Teil wird anhand der Auswertung der Interviews dargestellt, ob und wenn ja, wie sich diese Einflussfaktoren in der Wahrnehmung der Frauen auf deren Sexualität ausgewirkt haben und noch immer auswirken. Im dritten Teil werden die im Vorfeld formulierten Hypothesen diskutiert: Die erste Hypothese, wonach Frauen von den gesellschaftlichen Einflussfaktoren nachhaltig im Leben ihrer Sexualität und in der Partnerschaft beeinflusst werden, konnte nur zum Teil bestätigt werden. Andere Faktoren – individuelle, aber auch biologische, welche nicht Teil dieser Arbeit sind – haben ebenfalls einen grossen Einfluss und sind in der Biographie eines Menschen in der Tragweite ihrer Einflüsse nicht immer klar voneinander zu entflechten. Die zweite Hypothese ging von der Annahme aus, dass ein Mangel an sexuellem Wissen in der Wahrnehmung der Frauen ihr Selbstkonzept ungünstig beeinflusst und erschwert, dass sie ihre Sexualität selbstbestimmt und erfüllt leben können. Auch diese These wurde von den befragten Frauen teilweise bestätigt. Klar bestätigt wurde die Tatsache, dass Wissen zum Thema Sexualität das Selbstbewusstsein als Frau stärkt und die Selbstbestimmung fördert. Im letzten Teil dieser Bachelorarbeit werden daraus resultierende Vorschläge für die Praxis der Sozialen Arbeit vorgestellt: Die Zusammenarbeit der verschiedenen Aufklärungsinstanzen sollte intensiviert werden, vor allem die der Eltern mit Lehrern und den Kantonalen Fachstellen dieses Bereichs. Für Eltern könnten Seminare für Gespräche über Sexualität angeboten werden, damit bei der Aufklärung die Worte nicht fehlen. Von den Befragten wurde bestätigt, dass ausreichendes Wissen über die Sexualität in der Bewältigung schwieriger Fragen des Bereichs hilfreich war. Die vertiefte Auseinandersetzung in Gesprächskompetenzen im Bereich der Sexualität während der Ausbildung in sozialen Berufen könnte ein Weg sein, diese sensible Thematik selbstverständlicher anzusprechen. Der Sensibilisierung von Kindern zum Schutz vor sexueller Gewalt, sollte mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Ein Auftrag an die Soziale Arbeit könnte zudem sein, Massnahmen, die zur besseren sexuellen Bildung von Frauen getroffen wurden, zu unterstützen.