Pflege

Pflegeinterventionen im Wochenbett zur Prävention von postpartaler Depression : systematische Literaturübersicht

Rittiner, Carmen ; Heldner-Metzger, Franziska (Dir.)

Mémoire de bachelor : Haute Ecole de Santé Valais, 2009.

Hintergrund: 50-80% aller Frauen fallen nach der Geburt in ein Stimmungstief. Die Aufklärung über Stimmungsschwankungen und Veränderungen nach der Geburt kommt oft zu kurz. Aus einem Stimmungstief kann sich eine postpartale Depression (PPD) entwickeln. Die Ursachen einer PPD sind multifaktoriell. Drei Faktoren können zu postpartalem Stress führen: der Mutterrolle gerecht werden, Mangel an... Plus

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    Zusammenfassung
    Hintergrund: 50-80% aller Frauen fallen nach der Geburt in ein Stimmungstief. Die Aufklärung über Stimmungsschwankungen und Veränderungen nach der Geburt kommt oft zu kurz. Aus einem Stimmungstief kann sich eine postpartale Depression (PPD) entwickeln. Die Ursachen einer PPD sind multifaktoriell. Drei Faktoren können zu postpartalem Stress führen: der Mutterrolle gerecht werden, Mangel an Unterstützung und körperliche Veränderungen. Eine nicht erkannte oder nicht behandelte PPD kann schwere Folgen für Mutter, Kind und Familie haben. Je früher eine PPD erkannt wird, umso günstiger ist die Prognose. Frauen mit einem hohen Risiko an einer PPD zu erkranken können bereits im frühen Wochenbett identifiziert werden und präventive Interventionen eingeleitet werden. Ziel: Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, eine Übersicht über das aktuelle Wissen in Bezug auf Pflegeinterventionen im Wochenbett zur Vorbeugung einer postpartalen Depression vorzubeugen, aufzuzeigen. Dieses Ziel wird mit der Fragestellung „Welche Pflegeinterventionen im Wochenbett zur Prävention von postpartaler Depression sind in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben?“ verfolgt. Methode: Es wird eine systematische Literaturübersicht erstellt. Die systematische Literatursuche erfolgt mit den Suchbegriffen postpartum depression, postnatal care, nursing process, nursing interventions, midwifery, postpartum period und prevent* in den pflegespezifischen Datenbanken Pubmed, Cinahl und Cochrane und in der themenspezifischen Datenbank PsycInfo. Die Studien werden anhand von Ein- und Ausschlusskriterien ausgewählt. Acht Studien, welche sich mit Counseling und Debriefing sowie postpartaler Unterstützung beschäftigen, werden berücksichtigt. Ergebnisse: Die bearbeiteten randomisiert kontrollierten Studien über präventive Pflegeinterventionen wiesen anhand des eigens erstellten Benotungssystems eine gute bis ungenügende Qualität auf. Die Studienergebnisse zeigten nur teilweise eine signifikant präventive Wirkung von Counseling- und Debriefinginterventionen sowie postpartaler Unterstützung. Schlussfolgerungen: Pflegende im Wochenbett sollten grossen Wert auf Gespräche und Informationsvermittlung legen, weshalb Wissen über PPD unerlässlich ist. PPD muss ein Thema in der Pflegeausbildung sein. Qualitativ gute RCT sind nötig, damit evidenzbasierte Counseling- und Debriefing- sowie postpartale Unterstützungsinterventionen angewendet werden können.