Pflege

Beeinflussende Faktoren des Milchspendereflexes bei stillenden Müttern : systematische Literaturreview

Furrer, Jeannine ; Heldner-Metzger, Franziska (Dir.)

Mémoire de diplôme HES : Haute Ecole de Santé Valais, 2009.

Eine nationale Studie des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin in Basel zeigte eine initiale Stillprävalenz von 94% auf. Dies weist eine hohe Stillabsicht der Schweizer Mütter auf. Aufgrund von Stillproblemen wird jedoch oftmals verfrüht abgestillt. Die nationale Untersuchung stellte fest, dass mehr als die Hälfte aller Mütter an Stillproblemen leiden. Auch der gehemmte... Plus

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    Zusammenfassung
    Eine nationale Studie des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin in Basel zeigte eine initiale Stillprävalenz von 94% auf. Dies weist eine hohe Stillabsicht der Schweizer Mütter auf. Aufgrund von Stillproblemen wird jedoch oftmals verfrüht abgestillt. Die nationale Untersuchung stellte fest, dass mehr als die Hälfte aller Mütter an Stillproblemen leiden. Auch der gehemmte Milchspendereflex stellt ein Stillproblem dar. Für den Erfolg des Stillens ist der Milchspendereflex entscheidend. Dieser Milchspendereflex ist allerdings störanfällig, kann aber durch geeignete Massnahmen positiv beeinflusst werden. Viele Informationen zu Faktoren, welche den Milchspendereflex beeinflussen, sind bereits vorhanden, doch diese sind oftmals nicht wissenschaftlich belegt. In der vorliegenden systematischen Literaturreview wurde deshalb der Frage nachgegangen: „Welche Faktoren, die den Milchspendereflex bei stillenden Müttern beeinflussen, werden in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben?“ Ein Ziel stellt das Aufzeigen von evidenzbasiertem Wissen zur Fragestellung dar. Des Weiteren soll das zur Verfügung gestellte Wissen dazu beitragen, dass Pflegende geeignete Massnahmen zur positiven Beeinflussung des Milchspendereflexes anwenden können und darauf achten, dass die hemmenden Faktoren vermieden werden. Ferner soll das bereitgestellte Wissen den Pflegenden helfen, die stillenden Mütter adäquat und professionell zu informieren und zu beraten. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde eine systematische Literaturreview erstellt. In den pflegerelevanten Datenbanken PubMed, CINAHL und Cochrane Library wurde nach relevanten Studien gesucht. Nach Berücksichtigung der Ein- und Ausschlusskriterien konnten neun Studien in die Analyse miteinbezogen werden. Die Ergebnisse wurden in die Kategorien „Hemmende beziehungsweise fördernde Faktoren des Milchspendereflexes“ eingeteilt. Die Studienergebnisse zeigten, dass Alkohol, Schmerz, Angst, Kälte, psychische Belastung, Störungen unterschiedlichster Art, Stress, innere Unruhe, ein Verlegenheitsgefühl, die unangemessene Stimulation der Brust sowie die Verbindung der Brust mit Sexualität hemmende Faktoren bezüglich des Milchspendereflexes darstellen. Die fördernden Faktoren auf den Milchspendereflex sind: ein Raum für die Privatsphäre und Ungestörtheit, Entspannung, Komfort, genügend Pausen, eine angemessene und bequeme Position, eine ruhige Atmosphäre, Wärme, korrektes Anlegen des Säuglings an die Brust, Brustmassage sowie Ausdrücken der Brüste mit den Händen. Ausserdem sind die intramuskuläre Injektion von künstlich hergestelltem Oxytocin, die Informationsabgabe, der Gedanke an den Säugling, das Gefühl seiner Haut, sein Schreien und sein Geruch weitere fördernde Faktoren. Ferner zeigte eine Studie ein fördernder Effekt des Oxytocin-Nasensprays auf den Milchspendereflex auf; bei einer weiteren Studie konnte jedoch kein signifikanter positiver Effekt nachgewiesen werden. Es braucht weitere Forschungen zu den beeinflussenden Faktoren des Milchspendereflexes. Das fachliche Wissen und die praktischen Fähigkeiten der Pflegenden stellen eine bedeutende Hilfequelle für die stillenden Mütter dar. In der Pflegeausbildung sollen die Pflegestudenten über den Milchspendereflex und dessen beeinflussenden Faktoren unterricht werden.