Faculté des lettres et sciences humaines

Pratiques langagières dans l'enseignement bilingue: entre représentations personnelles et pratiques observables en classe

Elmiger, Daniel

In: Bulletin VALS-ASLA, 2009, vol. 89, p. 147-163

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    Zusammenfassung
    Auf der Gymnasialstufe hat es in den vergangenen 10-15 Jahren einen regelrechten Boom im Bereich der zweisprachigen Ausbildungsgänge gegeben. An immer mehr Gymnasien unterrichten Sachfach-lehrpersonen einen Teil des Unterrichts in einer Immersionssprache und vermitteln somit nicht nur eine Sachfachkompetenz, sondern gleichzeitig auch eine Sprachkompetenz. In der Schweiz sind die Voraussetzungen für die Aus- oder Weiterbildung von Lehrkräften sehr unterschiedlich geregelt. Oft wird bei der Einstellung (oder Anwerbung) von Immersionskräften keine immersionsdidaktische Qualifikation verlangt, wobei die fachliche Eignung meist höher gewichtet wird als die sprach-didaktische. Es kommt folglich häufig vor, dass Lehrpersonen immersiv unterrichten, ohne über viel theoretisches Wissen über ihre Lehrtätigkeit als Sprach-Fachperson zu verfügen. Im vorliegenden Artikel sollen die Repräsentationen, die solche Lehrerinnen und Lehrer in Bezug auf ihre Arbeit haben, mit ihrer tatsächlichen Praxis im Klassenzimmer verglichen werden. Der Artikel fusst auf Daten, die im Zusammenhang mit einem NFP-Forschungsprojekt über die zweisprachige Matura erhoben worden sind: zum einen Gespräche mit Sachfach-Lehrpersonen, während denen einerseits die konkrete Sprach-Arbeit thematisiert worden ist, aber andererseits auch die implizite oder explizite Theorisierung der didaktischen Praxis, die sich aus verschiedenen Quellen nährt: eigene Praxiserfahrungen, Austausch mit KollegInnen, Lektüren usw. Zum anderen haben wir Unterrichtsbeobachtungen mit denselben Lehrpersonen dokumentiert, die es erlauben, die (implizite) Theorisierung der didaktischen Praxis mit der tatsächlichen Unterrichtspraxis zu vergleichen.