Pflege

Kommunikationsstrategien für Pflegende im Umgang mit hörgeschädigten Patienten : eine systematische Literatur-Review

Blatter, Jens ; Jost, Renata (Dir.)

Mémoire de diplôme HES : Haute Ecole de Santé Valais, 2008.

In der Schweiz leben gemäss dem Schweizerischen Verband für Gehörlosen- und Hörgeschädigten–Organisationen (Sonos) rund 770'000 Menschen mit einem Hörschaden. Dies ergibt eine Prävalenz von 10%. Pflegende kommen zwangsläufig früher oder später in Kontakt mit hörgeschädigten Patienten und stehen vor einer grossen Herausforderung. Wie kommuniziere ich mit einem hörgeschädigten... Plus

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    Zusammenfassung
    In der Schweiz leben gemäss dem Schweizerischen Verband für Gehörlosen- und Hörgeschädigten–Organisationen (Sonos) rund 770'000 Menschen mit einem Hörschaden. Dies ergibt eine Prävalenz von 10%. Pflegende kommen zwangsläufig früher oder später in Kontakt mit hörgeschädigten Patienten und stehen vor einer grossen Herausforderung. Wie kommuniziere ich mit einem hörgeschädigten Menschen? Gehörlose und hörgeschädigte Menschen sind bei der Inanspruchnahme von Pflegediensten in Gesundheitszentren aufgrund der Kommunikationsprobleme erheblichen Schwierigkeiten ausgesetzt. Aus einer nicht adäquaten Anamneseerhebung oder einer Untersuchung kann es zu falschen Behandlungen und damit verlängerten Krankenhausaufenthalten kommen. In der vorliegenden systematischen Literaturübersicht wurde folgender Fragestellung nachgegangen: Welche Kommunikationsmethoden in der Pflege von hörgeschädigten Patienten, sind in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben? Ziel der Arbeit ist es, mögliche Kommunikationsstrategien und Tipps aufzuzeigen, die den Pflegenden eine adäquate Kommunikation mit hörgeschädigten Patienten vereinfachen sollen. Während einem halben Jahr wurde in den pflegerelevanten Datenbanken Medline, Cinahl, Cochrane und PubMed nach passenden Ergebnissen gesucht. Für die Datensammlung wurden folgende Such-Begriffe eingegeben: „Communication“, „Nursing Care“, „Deafness“, „Hearing Disorders“. Nach Berücksichtigung von Einund Ausschlusskriterien wurden schliesslich dreizehn Studien zur Beantwortung der Forschungsfrage einbezogen. Aus dieser Literatur ergab sich eine Vielzahl von Kommunikationsstrategien und Tipps, wie zum Beispiel: Langsam, klar und deutlich sprechen, Körpersprache unbedingt einsetzen, Mund nie verdecken und viele mehr, die an dieser Stelle nicht alle genannt werden können. Die Ergebnisse wurden in fünf Kategorien aufgeteilt: Interpreter/Lippenleser, schriftliche, verbale und nonverbale Kommunikation, Umgebung, Technische Hilfsmittel sowie Aus- und Weiterbildung/Diverses. Die Literaturübersicht zeigt auf, dass das Thema „Kommunikation mit hörgeschädigten Patienten“ viel zu wenig erforscht ist. Daraus empfiehlt sich, weitere Forschung zu betreiben! Pflegende sollen sich verstärkt im Gesundheitspolitischen Bereich und somit für die Rechte und Gesetze von hörgeschädigten Patienten einsetzen.