Pflege

Sensorische Stimulation als Pflegeintervention zur Verminderung von Agitation bei Demenuzkranken : systematische Literaturübersicht

Berchtold, Andrea ; Z`Brun Schnyder, Sylvia (Dir.)

Mémoire de diplôme HES : Haute Ecole de Santé Valais, 2008.

Hintergrund: Die Lebenserwartung in der Schweiz hat im letzten Jahrhundert stark zugenommen. Die zunehmende Hochaltrigkeit führt zu einer wachsenden Zahl von vor allem chronischen und degenerativen Erkrankungen. Zu diesen Krankheiten gehören auch die Demenzen. Agitation ist das häufigste und dauerhafteste Symptom einer Demenz. Durch die Agitation drücken die Betroffenen oft ein psychisches... Plus

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    Zusammenfassung
    Hintergrund: Die Lebenserwartung in der Schweiz hat im letzten Jahrhundert stark zugenommen. Die zunehmende Hochaltrigkeit führt zu einer wachsenden Zahl von vor allem chronischen und degenerativen Erkrankungen. Zu diesen Krankheiten gehören auch die Demenzen. Agitation ist das häufigste und dauerhafteste Symptom einer Demenz. Durch die Agitation drücken die Betroffenen oft ein psychisches oder physisches Ungleichgewicht aus. Heute existieren viele Empfehlungen, wie die Pflege eines Demenzkranken aussehen soll, über die Wirksamkeit der verschiedenen Interventionen ist hingegen wenig bekannt. Sinnesstimulierende Aktivitäten stellen einen grossen Teil der nicht-medikamentösen Massnahmen zur Reduzierung von Agitation bei Demenzkranken dar. Die Anforderungen im Umgang mit agitierten dementen Menschen sind für Angehörige und Pflegende sehr hoch, und das mangelnde Wissen über die Existenz und Effektivität nicht-medikamentöser Interventionen lässt Angehörige wie Pflegende an ihre Grenzen stossen. Ziel: Das Ziel der vorliegenden Literaturreview ist, Pflegeinterventionen aufzuzeigen, die durch die auditive, olfaktorische oder visuelle Stimulation die Agitation bei Personen mit Demenz vermindern können. Mit der Fragestellung: „Welche Pflegeinterventionen, die durch auditive, olfaktorische oder visuelle Stimulation die Agitation bei Demenzerkrankten reduzieren, sind in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben?“, wird dieses Ziel verfolgt. Methode: Es wird eine systematische Literaturreview erstellt. Anhand einer systematischen Literatursuche mit den Suchbegriffen dementia, agitation, reduce, sensory und intervention in den pflegerelevanten Datenbanken Medline, CINAHL, Cochrane Library, PsycInfo und Gero- Lit werden Studien gesucht und anhand von Ein- und Ausschlusskriterien ausgewählt. 14 Studien, die sich mit der Musik-, Aroma- und Lichttherapie beschäftigen, werden letztendlich berücksichtigt und in die Analyse mit einbezogen. Ergebnisse: Die Studienergebnisse zeigen eine signifikante Abnahme der Agitation durch die Musiktherapie. Durch die Aromatherapie mit Lavendel- oder Zitronenmelissenöl zeigte sich nur teilweise eine signifikante Abnahme der Agitation und bei der Lichttherapie konnte kein signifikanter Effekt nachgewiesen werden. Schlussfolgerungen: Die vorliegende systematische Literaturübersicht weist auf die positiven Effekte der Stimulierung der Sinne hin und bestätigt vor allem den Effekt der Musiktherapie. Es braucht jedoch weitere Forschung, um die Evidenz der verschiedenen Pflegeinterventionen als eine Ergänzung oder Alternative zu medikamentösen oder physischen Zwängen aufzuzeigen