Pflege

Auswirkungen von tiergestützter Therapie auf das Wohlbefinden der älteren Menschen in Alters- und Pflegeheimen : systematische Literaturübersicht

Falà, Nadia Giulia ; Heldner-Metzger, Franziska (Dir.)

Mémoire de diplôme HES : Haute Ecole de Santé Valais, 2008.

Hintergrund: Mensch und Tier leben schon seit Urzeiten zusammen und entwickelten im Verlauf der Jahrtausende eine Freundschaft und Beziehung. Das Wissen über die Mensch-Tier-Beziehung wurde in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts erweitert, doch ist der Gebrauch des Tieres als therapeutischer Agent in der so genannten tiergestützten Therapie verhältnismässig neu. Ältere Menschen, vor... Plus

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    Zusammenfassung
    Hintergrund: Mensch und Tier leben schon seit Urzeiten zusammen und entwickelten im Verlauf der Jahrtausende eine Freundschaft und Beziehung. Das Wissen über die Mensch-Tier-Beziehung wurde in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts erweitert, doch ist der Gebrauch des Tieres als therapeutischer Agent in der so genannten tiergestützten Therapie verhältnismässig neu. Ältere Menschen, vor allem Seniorinnen und Senioren in Alters- und Pflegeheimen, leiden oft infolge Abbruch von Beziehungen und Abschiednehmen vom vertrauten Umfeld an Depressionen und Angstzuständen. Zudem werden soziale Kontakte seltener, was weiter zu Beziehungs- und Kommunikationsproblemen führt. Der Aufenthalt in einem Alters- und Pflegeheim kann deshalb das Wohlbefinden der Bewohner erheblich einschränken. Tiere sind in Alters- und Pflegeheimen selten vorzufinden, da bei Heimleitung und Personal der Gedanke im Vordergrund steht, ein Tier sei hygienisch nicht akzeptabel, gefährlich und ein Mehraufwand. In der Praxis herrscht Unkenntnis über diese neue Alternativbehandlung. Pflegende sollen jedoch über diese neue Therapieform informiert sein. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine systematische Literaturübersicht über die Auswirkungen von Tieren auf den Alters- und Pflegeheimbewohner. Fragestellung: „Welche Auswirkungen von tiergestützter Therapie auf das Wohlbefinden des Alters- und Pflegeheimbewohners sind in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben?“ Methodenbeschreibung: Um eine umfassende, aktuelle und detaillierte Zusammenfassung der Resultate zu erhalten, wurde eine systematische Literaturübersicht erstellt. In den Datenbanken MedLine, CINHAL, Cochrane Library und PsycInfo wurde systematisch nach relevanten Studien gesucht. Nach Berücksichtigung der Ein- und Ausschlusskriterien konnten elf Studien eingeschlossen werden. Diese wurden zusammengefasst und kritisch beurteilt. Ergebnisse: Die verschiedenen Studienresultate zeigen signifikante Veränderungen im sozialen, psychischen und physischen Wohlbefinden. Im sozialen Wohlbefinden zeigte sich eine signifikante positive Veränderung in der sozialen Attribution; sozialen Interaktion; Nähe, Intimität, Körperkontakt; und eine Reduktion der Einsamkeit bei Alters- und Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern. Im psychischen Wohlbefinden wurden Affektivität, Kognition und Konation durch die tiergestützte Therapie positiv beeinflusst. Das soziale Wohlbefinden von den älteren Menschen im Heim wurde vor allem in den Bereichen der physischen Funktionen und durch eine Reduktion der Agitation erreicht. Schlussfolgerung: Tiergestützte Therapie wirkt sich positiv auf das soziale, psychische und physische Wohlbefinden von Heimbewohnerinnen und -bewohner aus. Die Forscher sind sich jedoch einig, dass noch weitere Untersuchungen nötig sind, um die Auswirkungen von tiergestützter Therapie auf das Wohlbefinden der Seniorinnen und Senioren in Heimen zu untersuchen. Zudem wird eine Schulung für Pflegende und Pflegestudenten empfohlen, um bei möglichen Interventionen zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern und dem Tier beizutragen.